Ich bin wieder hier


Ich bin wieder hier
In meinem Revier
war nie wirklich weg
hab mich nur versteckt

(Marius Müller-Westernhagen)

 

 

In den Achtziger und Neunziger Jahren genauer gesagt von 1986 bis 1993 durfte ich schon einmal meinen Dienst in der Kreuzkirche leisten, damals in der Jugendarbeit der Gemeinde. Das war eine tolle Zeit, sowohl mit den damaligen KollegInnen als auch mit den Angeboten, die wir gemeinsam für die Gemeinde anbieten konnten. Gottesdienste, Basare, Feste jeglicher couleur, Musik, Theater und Reisen und waren fester Bestandteil des Gemeindelebens. Mein Aufgabengebiet war in erster Linie die Jugendarbeit, die geprägt war durch attraktive Angebote wie Sportreisen (Ski, Kanu, Segeln) und natürlich das Markenzeichen der Jugendarbeit in Kreuz: „die Theaterarbeit“. Im Laufe der Zeit hatte sich das Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter so gesteigert, dass ich mich weitestgehend selber überflüssig gemacht habe. Leitung diverser Thaatergruppen, das Management des Musikcafés „Banane“, die Tischtennisgruppen sowieso und vieles mehr waren in die Verantwortung von jungen ehrenamtlichen Mitarbeitern übergegangen. „Gut so“ dachte ich, „acht Jahre Kreuzkirche, pädagogischisches Ziel ganz gut erreicht, auf zu neuen Ufern!“.

So bin ich im Evangelischen Jugendzentrum „Die Wille“ und somit im Kirchenkreis Berlin Stadtmitte gelandet. Hier warteten völlig andere Herausforderungen und Aufgaben die mit der „Schmargendorfer Hochkultur“ wenig gemein hatten. Jugendbandenkriminalität, Gewalt unter Gleichaltrigen, Ausgleichen zwischen Menschen mit sehr unterschiedlichen religiösen und weltanschauchlichen Vorstellungen waren das Gebot  der Stunde. Aber auch internationale Jugendbegegnungen sowohl mit Südafrika als auch mit St. Petersburg, die Zusammenarbeit mit der deutschen Jugend aus Russland („Russendisco“ in der Wille), die Talkveranstaltungen von und mit jungen Menschen und Vertretern der Gesellschaft und Politik fielen in mein Aufgabengebiet. Nicht zuletzt die Konzeptionierung der Evangelischen Jugendkirche Berlin, die letztlich leider dem Rotstift zum Opfer fiel, war Bestandteil der Aufgabe.

Nun darf ich zurückkommen. Es schließt sich ein Kreis und alle Schalter werden für mich auf neu, also auf Neubeginn gelegt. Das Alte war schön, spannend, manchmal erfolgreich, aber manchmal auch nicht. Ich durfte in meinen bisherigen Tätigkeitsfeldern viel ausprobieren, gestalten und erleben.

Nun beginnt mit der Seniorenarbeit in der Kreuzkirche ein auch für mich neuer Abschnitt, dem ich mich in den folgenden Jahren mit großer Freude und Elan widmen möchte. Da ich nach wie vor auch immer Gemeindeglied in Kreuz war, bin ich im Grunde genommen „nie richtig weg“ gewesen. Die Geschicke der Gemeinde habe ich immer verfolgt und auch die Räumlichkeiten und die Geschichte der Kirche als Gebäude sind mir gut bekannt.

Meine Aufgabe möchte ich wahrnehmen in enger Abstimmung mit den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Gemeinde und der Region, um Gutes und Bewährtes zu bewahren und gegebenenfalls Neues gemeinsam zu entwickeln. Auch ich bin im Laufe der vielen Jahre älter, vielleicht auch ein kleines bisschen weiser. Mit großer Gewissheit und Zuversicht bin ich mir sicher, dass wir uns alle gemeinsam auch weiterhin um das Wohl der Gemeinde bemühen werden. Wenn ich meinen Teil dazu beitragen darf und kann, würde mich das sehr freuen.

„Ich bin wieder hier, in meinem Revier.“
Rainer Hennekes, Diakon